Zecken & Milben beim Hund

Zecken und Milben gehören zur Gruppe der Spinnentiere, wobei die Zecke eine Unterart der Milben ist.
Milben und Zecken ist gemein, dass sie sich ausschließlich von Blut ernähren. Dabei injizieren die Parasiten ihren Speichel in die Bisswunde, um zu verhindern, dass das Blut gerinnt. -Dadurch sind Zecken und Milben Überträger einiger unangenehmer Krankheiten, die zum Teil tödlich verlaufen können, wie beispielsweise die Lyme-Borreliose.

Direkt zu den Milben.


Zecken beim Hund

Zecke vollgesaugt im Hundefell Bildquelle: Losch

Die wichtigsten Zecken beim Hund sind Holzbock, braune Hundezecke und Auwaldzecke. Sie lauern auf Gräsern, Stöcken usw. bis ein geeigneter Wirt sie abstreift und somit auf dem Körper trägt. Manche Zeckenarten warten nicht nru auf Ihren Wirt, sondern gehen auch aktiv darauf zu. Behilflich sin Ihnen dabei Chemosensoren, die z.B. anhand des Kohlendioxidgehalts regestrieren, ob ein geeigneter Wirt in der Nähe ist. Auch auf Körperwärme und Lichtverhältnisse reagieren Zecken.

Zecken beim Hund entfernen

Zecken sind mit dem bloßen Auge zu sehen. Wenn Sie Glück haben, finden Sie eine Zecke im Fell Ihres Hundes bevor es zum Zeckenbiss kommt. In diesem Fall müsen sie die Zecke bloß auskämmen oder mit den Fingern aufnehmen. Natürlich muss die Zecke entsprechend entsorgt werden und sollte nicht einfach auf den Boden Ihrer Wohnung fallen gelassen werden – sonst haben Sie die Zecke nach kurzer Zeit wieder auf dem Hund oder gar der eigenen Haut.

Finden Sie die Zecke erst nach dem Zeckenbiss, sollten Sie sie ebenfalls entfernen, denn je länger der Saugvorgang dauert, desto wahrscheinlicher wird die Übertragung von Krankheitserregern. Auf “Geheimtipps” wie die Zecke abschneiden oder mit Öl beträufeln sollten Sie unbedingt verzichten. Die korrekte Entfernung der Zecke kann mittels verschiedener Hilfsmittel geschehen:

Zeckenzange

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Zeckenkarte

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Zeckenhaken

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- Zeckenzange: Die Zeckenzange ist ein Stift, dessen Spitze durch Druck auf das Ende auseinander geht, mit der man dann die Zecke direkt an der Bissstelle packen kann. Damit der Kopf nicht abreißt, wird der Stift langsam in eine Richtung gedreht und die Zecke damit herausgedreht.
- Zeckenkarte: Die Zeckenkarte besitzt an einer Seite einen Schlitz, in den die Zecke geschoben wird. Anschließend wird die Zecke aus der Haut der Hundes herausgehebelt.
- Zeckenschlinge: Hier wird die Zecke ähnlich der Zeckenzange herausgedreht, jedoch mittels einer kleinen Schlinge gegriffen, die dann zugezogen wird.
- O’Toms Zeckenhaken ist ein Haken, der ähnlich der Zeckenkarte zum Heraushebeln der Zecke geeignet, laut Herstellerangaben sorgt die neue Form aber für eine deutlich bessere Funktionalität.

Für den Notfall sollten Sie immer ein Hilfsmittel zur Zeckenentfernung zuhause bzw. in der Tasche haben. Bei den geringen Preisen kann man auch gut alle einmal durchprobieren, bis man das Werkzeug gefunden hat, mit dem man am besten umgehen kann.
Sollte dennoch der Zeckenkopf abreißen und in der Bisswunde stecken bleiben, sollte die Wunde mit einem Hautdesinfektionsmittel desinfiziert werden um Infektionen zu verhindern. Beobachten Sie die Stelle des Zeckenbisses für die nächsten Tage auf Rötung oder Entzündung. Der Tierarzt kann den Zeckenkopf ggf. entfernen, dafür haben Sie aber 1-2 Tage Zeit, sofern sich die Wunde nicht entzündet.


Zeckenmittel für Hunde

Frontline gegen Flöhe beim Hund

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Natürlich gibt es auch Zeckenmittel für Hunde, die vorbeugend wirken. Am gängigsten sind sogenannte Spot-Ons für Hunde. Zur Behandlung wird eine Stelle zwischen den Schulterblättern gescheitelt, bis die Haut sichtbar wird. Die Pipettenspitze wird direkt auf die Haut aufgesetzt und die Lösung vollständig herausgedrückt. Das Präperat verteilt sich auf der Haut des Hundes und tötet zum einen bereits auf dem Hund verbissene Zecken, hält zum anderen aber auch bis zu 4 Wochen neue Zecken fern. Das Beste: Neben Zecken ist gleichzeitig auch ein Flöhschutz in diesen Präperaten abgedeckt.

Es gibt zwar weitere Mittel wie Shampoos, Puder und Anti-Floh&Zecken-Halsbänder, doch laut Stiftung Warentest bringt unter den getesteten Mitteln lediglich das Flüssige Spot-On die gewünschte Wirkung. Als am wirkungsvollsten wurde Exspot bewertet – das Mittel ist jedoch mittlerweile nicht mehr frei erhältlich, da es Unverträglichkeiten wie Lähmungserscheinungen, Durchfall und Apathie hervorgerufen hat.
Empfehlenswertes Mittel gegen Flöhe und Zecken bei Hunden ist Frontline. Auch hier sind natürlich Nebenwirkungen wie Juckreiz oder Übelkeit möglich – man muss sich eben bewusst machen, dass alles, das wirkt auch Nebenwirkungen hat. Es ist also nicht, wie vom Hersteller angegeben, dazu zu raten, das Zeckenmittel 1x im Monat aufzutragen. Bei einem akuten Flohbefall oder zur Hauptsaison der Zecken im Sommer, ist Frontline durchaus empfehlenswert.

Zecken – Lebenszyklus

Kopulierende Zecken - vollgesaugtes Weibchen mit kleinem Männchen / Bildquelle: Urs Flükiger / pixelio.de

Die Zecke ist ein Wesen, das drei unterschiedliche Zyklusstadien durchlebt. Zunächst legt ein Zeckenweibchen Eier ab. Nach 3-6 Wochen schlüpfen 6-beinige Larven aus den Eiern, die nach weiteren 1-3 Wochen den Eihaufen verlassen und ihren ersten Wirt suchen, an dem sie 3 Tage Blut saugen. Ist die Larve vollgesogen, fällt sie ab und heutet sich nach etwa 1-2 Monaten zur 1mm-großen, 8-beinigen Nymphe. Die Nymphe saugt 3-5 Tage Blut, lässt sich anschließend fallen und häutet sich innerhalb der nächsten 5-18 Wochen zur erwachsenene Zecke. Die erwachsenene weibliche Zecke saugt für etwa eine Woche an ihrem Wirt, bis auch sie sich wieder fallen lässt und am Boden etwa 0,5mm große Eier in Päckchen ablegt. Nach der Eiablage stirbt das Weibchen und der Zyklus beginnt mit den Zeckeneiern erneut.


Milben beim Hund

Wie die Zecken gehören auch die Milben zu den Spinnentieren und sind 0,1 bis 0,4mm groß. Es existieren mehrere 10.000 Arten, die alle unterschiedlich agieren. Allen Haut-Milbenarten gemeinsam ist jedoch, dass sie die Haut unseres Haustieres befallen und sich dort von Hautschupppen und Hautsekreten ernähren. Die Übertragung von Tier zu Tier erfolgt durch Körperkontakt. Auch Menschen können befallen werden.

Symptome

Ein schier unstillbarer Juckreiz quält Ihren Hund, er mag weder laufen noch stillsitzen und wirkt einfach unruhig und gequält? Dieses Symptom muss nicht unbedingt auf Flöhe hindeuten. Ständiges Kratzen des Hundes ist auch eines der deutlichsten Symptome für einen Milbenbefall. Je nach Grad der Erkrankung und Milbenart kommt es zu Haarausfall, Krusten und Hautausschlag.

Milbenarten

Vier der etlichen Milbenarten befallen bevorzugt den Hund:

Milben beim Hund

Straßenhund mit lange unbehandeltem, hochgradigem Milbenbefall

Die Ohrmilbe befällt den äußerer Gehörgang sowie die innere Ohrmuschel, wo sie die Zellen der Epidermis ansticht und sich von Lymphflüssigkeit ernährt. Die Folge sind häufig Entzündungen im Ohr, die durch Sekundärinfektionen zusätzlich vereitern können. Sie erkennen den Befall von Ohrmilben durch dunkelbraun bis schwarzen Ohrschmalz im Ohr Ihres Hundes.

Haarbalgmilben sind in geringer Anzahl ungefährliche Bewohner des Haarfollikels des Hundes. Diese Milbenart ist stark wirtsspezifisch und ist nicht auf den Menschen übertragbar. Bei Schwächung des Immunsystems Hundes kommt es zu unkontrollierter Vermehrung der Milben. Die Folge ist Haarausfall und in der Regel eine bakterielle Sekundarinfektion.

Die Sarcoptes Milbe (auch Räudemilbe oder Grabmilbe genannt)ernährt sich von Zell- und Gewebsflüssigkeit und besiedelt die oberste Hautschicht des Hundes, in die das Milbenweibchen sich bohrt, um ihre Eier dort abzulegen. Gerade diese Bewegungen in der Haut führen zu Juckreiz, aber auch allergische Reaktionen auf Milbenspeichel und Milbenkot unter der Haut.

Die Raubmilbe (auch Cheyletiellamilbe) besiedelt die Hautoberfläche und das Fell der Hundes. Die Milbe befestigt ihre Eier kokonartig am Haarkleid des Hundes. Besonders junge Hunde zeigen massive Hautveränderungen. Die Haut ist schuppig, das Haarkleid ölig. Bei lang andauernden Infektionen tritt aufgrund von allergischen Reaktionen Haarausfall auf. Bei älteren Tieren kann der Befall jedoch auch symptomlos ausfallen.

Behandlung

Milben sollten durch den Tierarzt behandelt werden, da meist Sekundärinfektionen und Entzündungen mitbehandelt werden. Alle Tiere, die im betreffenden Haushalt zusammenleben sollten zur Sicherheit mitbehandelt werden. Da Milben auch eine begrenzte Zeit ohne direkten Wirt überleben können, sollten alle Decken und Bezüge gewaschen werden, bei denen ein unmittelbarer Kontakt mit dem Hund bestand.


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