Chihuahua Welpen Erziehung

Chihuahua Welpen

Chihuahua Welpen

So klein und süß er auch ist – auch ein Chihuahua muss erzogen werden. Aufgrund seiner geringen Kraft macht er zwar kaum etwas kaputt und er kann auch niemanden großartig anfallen und beißen, dennoch ist es wichtig auch diesen kleinen Liebling konsequent zu erziehen. Sobald Sie Ihren Welpen bekommen haben, sollten Sie ihm zeigen, was er darf und was nicht. Mit einem Alter von ca. 14 Wochen können Sie mit dem Beibringen von Kommandos beginnen, doch überfordern Sie den Welpen nicht und zwingen Sie ihn zu nichts. Lernen sollte immer auf freiwilliger Basis erfolgen – Sie sind dafür verantwortlich das Lernen interessant und spannend zu gestalten.

Generell entscheiden Sie, was Ihr Hund darf und was nicht. Wenn er im Bett schlafen soll, dann tut er das eben. Privilegien verderben nicht unbedingt den Charakter eines Chihuahua. Ein kleiner Hund darf eben in der Regel mehr als ein großer. Nur zum “Sklaven” des Chihuahua sollten Sie sich nicht machen. Das heißt, wenn Ihr Hund nur frisst, wenn Sie ihm das Futter mit der Hand reichen, er solange vor Ihnen sitzt und knurrt, bis Sie die Kaustange halten, er keine Ruhe gibt, wenn Sie sich mal mit Ihrem Partner beschäftigen statt mit ihm und so weiter, dann läuft irgendwie was falsch oder?

Problem Dauerkläffer

Entgegen der Meinung vieler Unwissender sind Chihuahuas nicht von Natur aus kleine Kläffer. Die meisten verstehen sich blendend mit anderen Hunden und sind anderen Menschen freundlich gesinnt. Ist dies nicht der Fall, ist etwas in der Erziehung schiefgelaufen.

Klar kann man das mit den Privilegien so handhaben, wie im vorherigen Absatz beschrieben und viele Hundebesitzer sind geneigt ALLES für ihre Kleinen zu tun, doch behalten Sie im Hinterkopf, dass der Hund daraus den Schluss ziehen kann, dass er der Chef im Haus ist, wenn alles nach seiner Pfeife tanzt. Viele Hunde kommen damit dennoch gut klar, andere sind mit der Verantwortung “Chef zu sein” jedoch auch überfordert. Resultat ist dann, dass alles angekläfft wird, was in Herrchens oder Frauchens Nähe kommt oder z.B. nicht enden wollender Stress am Gartenzaun. – Kein Wunder, denn wer Chef ist, muss sein Hab und Gut schließlich auch verteidigen.

Davon zu unterscheiden ist der “Angstkläffer“. Bei Hunden, die vorrangig bellen, weil sie Angst haben, ist es wichtig das Selbstbewusstsein des Hundes aufzubauen. Vermutlich wurde bereits beim Züchter versäumt, den Hund an unterschiedlichste Situationen zu gewöhnen und ihm diese als harmlos zu vermitteln.

Dem Welpen die Angst nehmen

Sobald Ihr Welpe bei Ihnen ist, sind Sie gefordert ihm seine natürlichen Ängste vor Neuem zu nehmen und besonders auch dafür zu sorgen, dass er keine neuen Ängste entwickelt. Nehmen Sie den Kleinen ruhig überall hin mit und zeigen Sie ihm die Welt. Bei gut sozial entwickelten Welpen steht die Neugierde über der Angst.

Sie selbst haben wahrscheinlich viel mehr Angst, z.B. dass ihn ein anderer Hund überrennt oder auch nur, dass er sich nicht wohl fühlt. Es ist ganz normal, dass er beim ersten Zustürmen eines großen Hundes oder der ersten Fahrt im Aufzug keine Freudensprüge macht. Jetzt ist es wichtig, dass Sie ihn eben NICHT auf den Arm nehmen und trösten, auch wenn es schwer fällt. Sie müssen Ihm vermitteln, dass alles in Ordnung ist und es sich um eine ganz normale Situation handelt.

Sozialisierung

Sozialisierung des Welpen ist mit das Wichtigste, was erfolgen sollte, sobald der Welpe bei Ihnen eingezogen ist. Lassen Sie ihn ruhiug auf andere Hunde zugehen, auch auf große Hunde. Haben Sie keine Angst, denn die spürt der Kleine. Trainieren Sie bewusst den Kontakt mit anderen Hunden. Große-Hunde-Besitzer können Sie bitten, ihren Hund anzuleihnen und so ein kontrolliertes Aufeinandertreffen erreichen. Vorsicht ist bei einem Chihuahua Welpen durchaus angebracht – Angst jeodch nicht!


Egal in welche Richtung Sie erziehen, Konsequenz ist das aller wichtigste. Wenn der Hund nicht auf die Couch darf, dann sollte er das auch wirklich nie dürfen! Heute so, morgen so, versteht ein Hund eben nicht. Das Argument “nur am Wochenende” zählt übrigens auch nicht, denn Hund weiß nicht wann Wochenende ist. Also entweder ganz oder gar nicht. Punkt. Oder wenn Ihr Süßer zum hundetsten Mal am Gartenzaun kläfft – nur nicht denken “ach, jetzt hab ich gerade keine Lust…beim nächsten Mal wieder”. Nein, nein, nein, so kann das ja nichts werden. Chihuahuas sind sehr schlau und verstehen schnell, was von ihnen verlangt wird (ebenso schnell lernen sie aber, wie sie genau das umgehen können, z.B. mit “Hundeblick” und Co.) – wenn Ihr Hund also nicht hört oder unerwünschtes Verhalten zeigt, liegt das meist an der Inkonsequenz des Besitzers oder an der falschen Trainingsmethode und nicht an mangelnder Intelligenz des Hundes.

Trainingsmethoden gibt es wie Sand am Meer. Von Martin Rütter und Co. kann man sich einige Tips holen. Auch Bücher zur Hundeerziehung sind durchaus sinnvoll, da man hier genau beschriebene Trainingseinheiten zum Nachmachen und immer wieder nachlesen erhält. Dennoch muss die Trainingsmethode zum Wesen Ihres Hundes passen. Wenn Ihr Hund ängstlich und verschreckt ist, können Sie ihm nichts beibringen, wenn Sie ihn zusätzlich unterwerfen.

Hundeschule und private Hundetrainer

Ein Hundetrainer bzw. Training in einer Hundeschule geht nicht nur individuell auf Ihren Hund ein, sondern sorgt auch dafür, dass Sie sich nicht nur von den oben genannten Medien “berieseln” lassen, sondern das Training auch direkt umsetzen. Das heißt aber nicht, dass Ihr Hund außerhalb der Trainingseinheiten tun und lassen darf was er möchte. Auch hier ist Konsequenz gefrag. Optimal ist, wenn der Hundetrainer Ihnen zeigt, wie sie was üben und Sie die Übungen dann zuhause alleine fortführen.

Eine wichtige Frage, die sich häufig stellt ist die, ob auch größere Welpen in der Gruppe sein dürfen. Also z.B. ein 5 Monate alter Schäferhund, der bereits 17kg wiegt neben Ihrem 1kg-Chihuahua oder doch lieber eine Gruppe nur mit kleinen Hunden. Meiner Ansicht nach lautet die Antwort “Gemischte Gruppe!”. Ihr Chihuahua muss lernen auch mit großen Rassen auszukommen und keine Angst vor diesen zu haben. Abgesehen davon wird in der Hundeschule meist ohnehin beigebracht, dass die Hunde an der Leine nicht zusammenkommen sollen, um daran zu gewöhnen, dass der Hund auch später nicht an der Leine zieht. Also eine perfekte Trainingssituation gegenüber großen Hunden mit ein klein wenig Sicherheitsabstand.

Besonders gut sind Hundeschulen, die nicht nur an einem Ort das Training anbieten. So treffen sich die Teilnehmer mal auf den Trainingsplatz, mal mitten in der Stadt, mal im Wald usw. So lernt der Hund direkt unter Anleitung mit verschiedenen Situationen umzugehen und trotz Ablenkung zu gehorchen. Viele Hunde verhalten sich auf dem Trainingsgelände der Hundeschule vorbildlich, zurück auf den heimischen Straßen lassen sie dann wieder den Schlendrian raus. Das liegt an der Verknüpfung, die das schlaue Hundehirn vornimmt: “Hier muss ich gehorchen – zuhause kann ich machen was ich will”. Hinzu kommt häufig, dass zuhause zu wenig oder unregelmäßig geübt wird. Sie wollen doch nicht nur, dass Ihr Liebling einmal pro Woche für eine Stunde auf Sie hört?

Es gibt auch Einzeltrainings für Hunde oder Trainer, die zu Ihnen nach Hause kommen und direkt in der gewohnten Umgebung mit Ihnen und dem Hund üben. Durchaus sinnvoll, doch das muss man sich erstmal leisten können. Ein einzelnes Training zuhause kann je nach Trainer gut über 100€ kosten.
Sofern Sie konsequent sind in der Regelmäßigkeit selbstständig zuhuase zu üben, sollte also auch eine normale gute Hundeschule reichen.

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