Chihuahua Gehorsamkeit

Gehorsamkeit – was bedeutet das eigentlich? Dass der Chihuahua mir die Zeitung und Pantoffeln bringt, wenn ich nach Hause komme? Die grundlegende Gehorsamkeit des Hundes meint etwas anderes, nämlich dass Ihr Hund Sie zunächsteinmal wahrnimmt, wenn sie ihm ein Kommando geben und es im zweiten Schritt auch umsetzt.

Grundvoraussetzung für einen gehorsamen Hund ist, dass Sie und Ihre Worte über allem anderen stehen. Wenn Sie sein Weltmittelpunkt sind und der Chihuahua zusätzlich noch ein wenig Respekt hat, wird er sich nicht ablenken lassen. Denn das ist tatsächlich der Hauptgrund dafür, dass ein Hund nicht hört: Ablenkung durch etwas Interessanteres. Stellen Sie sich einen Jagdhund vor, der darauf abgerichtet ist, den angeschossenen Hasen des Jägers zu aportieren. Er hat den saftigen Hasen bereits im Mund, den Hasen, den er selbst genüsslich verspeisen könnte. Dennoch liefert er bereitwillig die Beute dem Jäger aus. Warum? – Wie gesagt, hat der Hund Respekt vor seinem Herrchen und ihm ist nichts wichtiger, als positiven Zuspruch von diesem zu erhalten. Doch wie bekommt man das hin?


Vertrauen

Vertrauen sollte die Grundlage der Beziehung zu Ihrem Hund sein. Es nützt gar nichts, den Hund mit Drohungen und Beschimpfungen oder gar Schlägen dazu zu bringen, zu tun, was Sie möchten. Niemals sollte man Angst und Respekt verwechseln. Angst kann zwar auch zu Gehorsamkeit führen, führt jedoch gleichzeitig schleichend zu einer psychischen Störung.
Eine andere Grundvoraussetzung ist, dass der Hund seelisch gefestigt ist und gut sozialisiert. Bei einem typischen Angstkläffer, der durch seine tiefen Ängste kein Halten mehr sieht, wenn ein großer fremder Hund in die Nähe seines Herrchens kommt, macht es keinen Sinn an einer anderen Stelle anzusetzen als der Angst, die behandelt werden muss. Hier muss vor dem normalen Training der Hund nachträglich sozialisiert werden, d.h. lernen, seine normale Umwelt gelassen hinzunehmen.

Belohnung

Ein Hund wird nie tun was Sie von ihm möchten, bloß weil er Sie so lieb hat. Manchen Hunden reicht eine Belohnung in Form von Worten, die meisten reagieren jedoch eher auf eine Belohnung in Form eines Leckerlie. Z.B. das Kommando “Komm” funktioniert vermutlich ohne Ablenkung ganz gut – doch was, wenn ein anderer Hund zum Spielen lockt, kommt Ihr Liebling dann auch? Sie müssen schon etwas zu bieten haben. Sobald Ihr Hund ein Kommando verstanden hat und lange genüg mit Leckerlie geübt hat, können Sie diese nach und nach absetzen und durch Belohnung durch Worte und Streicheln ersetzen.

Konsequenz und Regelmäßigkeit

Konsequenz und Regelmäßigkeit sind besonders wichtig dabei, dem Hund Gehorsamkeit beizubringen. Üben Sie täglich mehrfach in fest definierten Zeiten, doch seien Sie auch dazwischen nicht nachlässig.
Über Sie ein Kommando zunächst in Ruhe und ohne Ablenkung zuhause. Nach und nach steigern Sie die Ablenkung, üben draußen weiter und irgendwann in Anwesenheit anderer Menschen und Hunde.
Der Aspekt der Konsequenz gilt übrigens besonders für Verhalten, das der Hund unterlassen soll. “Nein” ist zwar ein Kommando, das der Hund allgemein erlernt und auch individuell interpretieren soll, doch wenn Bestimmte Dinge mal erlaubt sind und mal nicht, kann Ihr Hund das kaum auseinander halten. Besonders während der Lernphase ist Konsequenz in der Erziehung ungemein wichtig.

Mit all diesen Anregungen erhalten Sie sicher einen wohlerzogenen Hund und einen guten Partner. Viel Erfolg und Spaß dabei!

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