Zecken Spezial

Sommerzeit ist Zeckenzeit. Bei uns in Deutschland wird der Hund besonders vom Gemeinen Holzbock, der Auwaldzecke und der Braunen Hundezecke befallen.Zeckenzange

Ein Zeckenbiss kann auf den Hund wie auf den Menschen gefährliche Krankheiten wie Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose oder FSME übertragen. Panik haben muss man bei einem Zeckenbiss jedoch nicht. FSME tritt eher im südlichen Teil von Deutschland auf, Borelliose kann dagegen im gesamten Budesgebiet vorkommen. Die wenigsten Zecken tragen ein Virus in sich, FSME-infiziert sind z.B. selbst in Risikogebieten lauf RKI-Angaben nur 0,1-5% der Zecken. Weiterhin infiziert sich nicht jeder, der eine infizierte Zecke in der Haut hat auch mit dem Virus und auch nicht jeder, der infiziert ist erkrankt auch (gilt für Mensch und Tier).

Zeckenbisse vorbeugen

Zecken können überall sitzen, doch gerade feucht-warme Orte sollten beim Gassi-Gehen gemieden werden. Gerade im hohen Gras finden diese Parasiten ein perfektes Versteck.

Zur Vorbeugung gibt es verschiedene Präparate, doch was soll man nehmen? Frontline Zeckenmittel

Zeckenhalsbänder, Puder und Sprays sind durchaus einen Versuch wert, doch haben im Allgemeinen einen geringfügigeren Effekt. (Siehe Stiftung Warentest) Wie beim Menschen hilft nicht jedes Mittel bei jedem Hund gleich gut, daher testen Sie am besten verschiedene Methoden – nur bitte niemals gleichzeitig!
Am wirkungsvollsten sind sogenannte Spot-Ons, die am Nacken des Hundes aufgetragen werden. Über die Haut verteilt sich das Mittel über den gesamten Körper des Hundes. Nach etwa vier Wochen lässt die Wirkung nach. Baden und Shampoonieren des Hundes verringert sie vorzeitig.

Zecken sollen durch Spot-On-Präparate abgehalten und auch bei Kontakt getötet werden. Allerdings handelt es sich dabei um ein Nervengift, mit dem die Zecke angegangen wird. Man muss es sich wie ein Medikament vorstellen, in der Regel sagt man ja „Was wirkt hat auch Nebenwirkungen“. Allergische Reaktionen oder Ähnliches sind zwar extrem selten, dennoch sollten Sie sehr verantwortungsvoll mit dem Mittel umgehen. Achten Sie darauf, für welches Gewicht es ausgerichtet ist (steht drauf), berühren Sie es nicht selbst und sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund oder ein fremder Hund das Mittel nicht auflecken kann. Sie und alle weiteren Personen im Haushalt (insbesondere kleine Kinder) dürfen die Stelle am Nacken für etwa acht Stunden nicht berühren.

Das Mittel Exspot hat in Tests übrigens besonders gut abgeschnitten gegen Zecken, dabei ist es jedoch auch besonders giftig. Googled man “Exspot Nebenwirkungen” findet man zahlreiche Berichte über apathische Hunde bis hin zu Lähmungen nach der Anwendung. Empfehlenswert ist daher eher Frontline. Das Mittel ist schon lange etabliert und steht so weit in der Öffentlichkeit, dass schlimme Nebenwirkungen bekannt wären, wenn sie häufiger auftreten würden. Dennoch müssen Sie unbedingt die Abstände von mindestens 4 Wochen zwischen den Anwendungen einhalten und natürlich die bereits genannten Sicherheitsmaßnahmen einhalten.

Wenn Ihr Hund ohnehin nicht zu Zecken neigt (manche Menschen werden ja auch nie von Mücken gestochen, andere ständig), sollten Sie auch in der Zecken-Saison nicht unbedingt ein Zeckenmittel verwenden und den Hund nur regelmäßig absuchen.

Zecke entfernen

Gänzlich vermeiden kann man das Ansaugen einer Zecke jedoch nicht. Selbst mit den gut wirksamen Spot-Ons kann es passieren, dass eine Zecke auf den Hund gelangt und sich dort festbeißt, daher sollte man definitiv wissen, wie man eine Zecke entfernt.

Zunächst sollten Sie Ihren Hund regelmäßig auf Zecken untersuchen. Lassen Sie dafür Ihre Hände entgegen der Wuchsrichtung gleiten, sodass das Fell des Hundes auffächert. So sehen Sie auch eventuell noch im Fell herumlaufende Zecken, die sich noch gar nicht festgebissen haben. Nehmen Sie diese am besten mit den Fingern auf und vernichten Sie (ins Klo spülen oder zerquetschen…oder beides).

Für die Entfernung einer bereits festgebissenen Zecke gibt es auch wieder verschiedene Möglichkeiten. Zeckenzange, Zeckenschlaufe, Zeckenkarte und vieles mehr. Hier habe ich knapp zusammengefasst, wie die einzelnen Werkzeuge funktionieren und wo man sie günstig bestellen kann.

Bei allen Methoden ist besonders wichtig, die Zecke weit vorne am Kopf zu packen. Versuchen Sie nicht, die Zecke mit Öl, Klebstoff, Nagellack zu attackieren, während sie noch in der Haut sitzt! (Ja das gibt es wirklich.) Auch dadurch wird sie zum spucken ihres Speichels provoziert.
Auf die Verwendung einer Pinzette sollte man ebenfalls lieber verzichten, denn die Form ist nicht darauf ausgelegt, ganz vorne an der Zecke anzusetzen, sondern man zerquetscht damit leicht den Körper. Durch das Quetschen der Zecke spuckt diese erst den möglicherweise krankheitserregenden Speichel in die Wunde, was durchaus vermieden werden sollte. Beim Abreißen des Zeckenkopfes passiert das gleiche. Zusätzlich kann der feststeckende Zeckenkopf in der Haut eine Entzündung hervorrufen, daher sollte man ihn am besten nachträglich durch den Tierarzt entfernen lassen. Auf die feine Wunde kann man gut Betaisidona-Salbe schmieren. Diese bekommt man in der Apotheke und sie ist ebenfalls für offene Wunden beim Menschen geeignet.
Bemmerkt Sie dennoch eine Entzündung, sollten Sie zum Tierarzt gehen, auch wenn die Zecke einfach zu entfernen war. Ein roter Ring um den Zeckenbiss kann auf eine Infektion hindeuten.

Weitere Informationen zu Zecken

Zeckenzange Bildquelle: sassi / pixelio.de

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